Ernährung eines Säuglings – Milchnahrung

In Bezug auf die Säuglingsmilchnahrung machen sich die Mütter wohl die meisten Gedanken. Da steht man im Drogeriemarkt oder Supermarkt vor dem Regal und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Welche Säuglingsmilch ist „die Beste“?

Das Angebot ist gigantisch. Preislich ist von 5 Euro bis 20 Euro pro Packung alles dabei und von nahezu jedem Hersteller gibt es von Pre (HA) bis zur Kindermilch alles. Wenn man eine Suchmaschine bemüht in Bezug auf „die beste“ Nahrung kommt man auch zu diversen Tests mit verschiedenen Ergebnissen, da jeder Test eine anderen Schwerpunkt verfolgt. Insofern muss man in Bezug auf die „Marke“ einfach selbst entscheiden, was man für sein Kind für „die richtige“ Milchnahrung hält und wählt.

Hat man sich schließlich für eine Marke entschieden, geht die Entscheidungsfindung weiter. Pre, Pre HA, 1er Nahrung oder 1er HA? Laut Verpackungsangabe beides ab Geburt geeignet.

Die Pre-Nahrung:

Konkret ist in Pre-Nahrung als einziges Kohlenhydrat Laktose enthalten. Pre-Nahrung ist der Muttermilch am meisten nachempfunden und ihr daher am ähnlichsten. Pre-Nahrung kann von Anfang an, also von Geburt an – wie Muttermilch auch – nach Bedarf gefüttert werden. Was ist in dem Zusammenhang auch gleich mitgeben möchte: Egal welche „üblichen Mengenangaben“ und Flaschenanzahl pro Tag einem entsprechenden Alter auf der Packung zugeordnet ist, bitte das Kind nach Bedarf füttern. Nicht jedes Kind ist gleich. Manche Babys trinken öfter, dafür weniger – auch das ist normal. Das Kind ist die Orientierung, nicht die Packungsangabe!

Weiter ist auf der Packung angegeben, dass Pre-Nahrung im gesamten 1. Lebensjahr geeignet ist. Tatsächlich ist sie sogar über die gesamte Flaschenzeit geeignet. Also auch, wenn das Kind z.B. mit 2 Jahren abends noch seine Flasche vor dem Bett gehen benötigt, ist Pre-Nahrung geeignet. Sie ist sogar allen anderen Nahrungen (also 1er, 2er, 3er,…) vorzuziehen.

Säuglingsanfangsnahrung 1:

Auch hier sagt die Aufschrift auf der Packung „ab Geburt geeignet“ bzw. wenn das Kind von Pre-Nahrung „nicht mehr satt“ wird. Was ist jetzt dann der Unterschied?

In 1er Nahrung sind neben Laktose noch weitere Kohlenhydrate, wie Stärke und z.T. auch Zucker enthalten. Die Stärke soll „länger satt machen“. Aus ernährungsphysiologischer Sicht – insbesondere beim Säugling – ist das aber nicht erforderlich. Oftmals führt die 1er Nahrung sogar dazu, dass es vermehrt zu Bauchweh kommt. Denn „eigentlich“ sollte Stärke im Mund durch das Enzym Amylase bereits aufgespalten werden. Wenn man als Erwachsener ein Stück Brot lange kaut und gut mit Speichel durchmischt, schmeckt es irgendwann süß – durch das Enzym Amylase, das wir im Mund haben – wird die Stärke im Brot also schon vorverdaut. Babys kauen aber die Milchnahrung nicht, sondern schlucken sie sofort. Damit fehlt der Effekt des Vorverdauens, was eine bessere Verträglichkeit gewährleisten würde und somit kommt es beim Baby vermehrt zu Bauchweh.

Folgemilchnahrung 2, 3 und Kindermilch:

Folgemilch enthält neben Laktose – die mitunter nur noch zu 50 % enthalten ist im Vergleich zur Pre Nahrung – ebenfalls wie 1er Nahrung Stärke und noch weitere Zucker.

Grundsätzlich ist es aus ernährungsphysiologischer Sicht unnötig und sogar umstritten, auf Folgemilch umzusteigen. Tatsächlich ist das Beimischen von Zuckern kariesfördernd und die Kinder gewöhnen sich bereits schon sehr frühzeitig an einen süßen Geschmack.

HA-Nahrung:

HA-Nahrung bedeutet hypoallergene Nahrung. Diese Nahrung macht Sinn, wenn die Mutter, der Vater oder Geschwister Allergien aufweisen. In HA-Nahrung ist das Kuhmilchprotein zum Teil aufgespalten und wirkt daher nicht mehr so allergen, wie es das in „normaler“ Pre-Nahrung tut. HA-Nahrungen sind also zur Vorbeugung von Allergien geeignet. Ansonsten unterscheiden sie sich nicht von den anderen Nahrungen.

Spezialnahrungen:

Heilnahrung:

Heilnahrungen sind Nahrungen, die beispielsweise bei Reflux, Blähungen o.ä. gegeben werden. Sie sollten nur unter ärztlicher Aufsicht zum Einsatz kommen.

Spucken von Babys ist normal, daher ist unbedingt vor der Gabe solcher Zusätze ärztlich abzuklären, ob es sich z.B. wirklich um Reflux handelt und auch wirklich Handlungsbedarf besteht.

Säuglingsnahrung auf Sojabasis:

Es kommt extrem selten vor, dass Babys einen angeborenen Laktasemangel haben, also bereits von Geburt an laktoseintolerant sind. In derartigen Fällen ist unter Umständen Säuglingsmilchnahrung auf Sojabasis geeignet.

Zur Vorbeugung von Allergien ist sie nicht zu empfehlen, da Soja selbst ein hochpotentes Allergen ist.

Stark hydrolysierte Nahrung:

In dieser Nahrung ist das Kuhmilcheiweiß in ganz kleine Stücke gespalten und löst in der Regel keine allergische Reaktion mehr aus. Sie wird vom Arzt bei bestehender Kuhmilcheiweißallergie verordnet und sind auch nur in der Apotheke erhältlich. Diese Nahrungen schmecken meist sehr bitter und benötigen etwas Gewöhnungszeit beim Baby.

Nahrung auf Aminosäurebasis:

Reagiert das Baby doch noch auf die kleinen Eiweißstücke in der hydrolysierten Nahrung, wird eine Nahrung auf Aminosäurebasis verordnet. Diese schmeckt noch mehr bitter und ist ebenfalls ausschließlich in Apotheken erhältlich. Da derartige Nahrungen keine allergenen Bestandteile mehr enthält, kann sie keine allergische Reaktion mehr auslösen.

Besonderheiten bei Spezialnahrung:

Auch bei Spezialnahrungen ist es nicht zwangsläufig so, dass jede Nahrung „vertragen“ wird. Kommt es z.B. nach der Gabe von Spezialnahrung zu einer Besserung der Symptome, aber möglicherweise zu starken Bauchschmerzen, empfiehlt es sich eine andere Nahrung – natürlich nach Rücksprache mit dem Arzt – zu testen.

Wie bereits erwähnt, werden die Nahrungen bei Vorliegen einer Kuhmilcheiweißallergie vom Arzt verordnet und die Kosten werden – in aller Regel – bei bestätigter Diagnose von der Krankenkasse übernommen. Diese Nahrungen sind ausschließlich in Apotheken erhältlich und die Gabe ist auch wirklich nur zu empfehlen, wenn es ärztlich angezeigt ist.

Als Alternative aus Säuglingsmilch auf Ziegenmilchbasis zurückzugreifen wird nicht empfohlen. Je nachdem, auf welches Protein der Organismus allergisch reagiert, besteht die Allergie auch auf andere Tiermilchsorten ebenso wie Tiermilchprodukte. Insofern würde sich bei der Gabe von Nahrung auf Ziegenmilchbasis auch keine Besserung der Symptome einstellen.

Da Soja ein sehr häufiges Kreuzallergen zu Kuhmilcheiweiß ist, wird in diesem Fall auch von der Gabe von Nahrung auf Sojabasis abgeraten.

Mit Nähe zum Baby die Flasche geben:

Wie im letzten Blog bereits geschrieben, ist das Stillen des Kindes mehr als nur Nahrung und spendet Geborgenheit und Nähe. Aber auch beim Flasche geben, kann dem Baby viel Nähe und Geborgenheit geschenkt werden.

Zu empfehlen ist hier, während des Flasche Gebens Augenkontakt mit dem Baby zu halten. Auch ist es ratsam, dem Baby möglichst viel Hautkontakt zu ermöglichen. Dies kann ganz leicht erfolgen, indem man ein ärmelloses Shirt trägt, oder den Kopf des Babys während des Fütterns auf das Dekolleté legt. Hautkontakt stabilisiert den biologischen Rhythmus des Kindes und sorgt auch dafür, dass es besser gedeiht. Auch das Tragen des Babys, sodass es mit dem Kopf am Hals der Mama oder des Papas liegt, gibt ihm Nähe und Geborgenheit. Es hat damit die Möglichkeit die Duftstoffe, die am Hals ausgesetzt werden, einzuatmen. Da es den Geruch von Mama schon durch das Fruchtwasser aus dem Mutterleib kennt, spendet das Tragen, bzw. der Geruch von Mama dem Baby viel Sicherheit.

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